Digitale Innovation in der Lehre: Flipped Classroom und elektronische Laborbücher transformieren die lebensmittelchemischen Praktika

Foto: Gensberger-Reigl / FAU
Foto: Gensberger-Reigl / FAU

Digitale Lehrmethoden spielen in der Hochschulbildung eine immer größere Rolle. Um die Ausbildung in den lebensmittelchemischen Praktika weiter zu optimieren, wurde eine Kombination aus dem Flipped-Classroom-Ansatz und elektronischen Laborbüchern (ELN) entwickelt. Dieses innovative Konzept steigert die Effektivität der Laborarbeit, verbessert den Lernprozess und bereitet Studierende gezielt moderne wissenschaftliche und industrielle Arbeitsumgebungen vor.

Beim Flipped-Classroom-Modell erfolgt die Vermittlung theoretischer Grundlagen nicht mehr ausschließlich in Präsenzveranstaltungen, sondern durch speziell entwickelte digitale Lehrmaterialien, die die Studierenden vorab selbstständig bearbeiten. Dadurch kann die wertvolle Präsenzzeit im Labor für vertiefende Diskussionen, individuelle Betreuung und praktische Anwendungen genutzt werden. Die Integration eines ELN ergänzt diesen Ansatz optimal: Studierende können ihre Vorbereitung besser strukturieren, Experimente in Echtzeit dokumentieren und ihre Ergebnisse systematisch erfassen. Dies erleichtert nicht nur die Nachverfolgbarkeit und Reproduzierbarkeit von Daten, sondern fördert auch den Austausch mit Lehrenden und Kommilitoninnen sowie Kommilitonen.

Die Kombination beider Methoden bietet weitreichende Vorteile. Sie trägt nicht nur zu einer fundierteren Vorbereitung auf Laborübungen bei, sondern stärkt auch digitale Kompetenzen – eine Schlüsselqualifikation in der modernen Wissenschaft und Industrie. Darüber hinaus verbessert die digitale Dokumentation die Transparenz und Qualitätssicherung experimenteller Arbeit.

Die Umsetzung dieser innovativen Lehrstrategie wurde umfassend evaluiert. Die Ergebnisse, kürzlich im Journal of Chemical Education veröffentlicht, bestätigen die positiven Effekte: Studierende profitieren von einer verbesserten Vorbereitung, einer strukturierten Dokumentation und einer gesteigerten Eigenverantwortung im Labor. Darüber hinaus stärkt die Verknüpfung des Flipped-Classroom-Ansatzes mit einem ELN zum „Flipped Lab“ nicht nur das Verständnis komplexer experimenteller Abläufe, sondern auch essenzielle Soft Skills, die im späteren Berufsalltag eine entscheidende Rolle spielen.

Weitere Informationen:

https://pubs.acs.org/doi/full/10.1021/acs.jchemed.4c01082

Kontakt:

Dr. rer. nat. Sabrina Gensberger-Reigl

Akad. Rat

Department Chemie und Pharmazie
Lehrstuhl für Lebensmittelchemie / Henriette-Schmidt-Burkhardt-Lehrstuhl (Prof. Dr. Pischetsrieder)